Was wäre, wenn ein Fensterrahmen nach Ablauf seiner Lebensdauer nicht das Ende eines Materialkreislaufs markiert, sondern vielmehr den Beginn eines neuen? Mit Phoenix zeigt Deceuninck, wie Kunststofffensterrahmen Teil eines Kreislaufsystems werden können, in dem alte Profile erneut als Rohstoff für neue Fenster- und Türprofile dienen. Der Name verweist nicht ohne Grund auf den mythischen Vogel, der immer wieder aus seiner Asche aufersteht…
Die Baubranche steht vor der Herausforderung, Materialien aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Nicht mehr nur die Leistung während der Nutzungsphase steht im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, was geschieht, wenn ein Gebäude renoviert, umgenutzt oder abgerissen wird. Gerade bei Materialien, die jahrzehntelang halten, gewinnt diese Frage zunehmend an Bedeutung. Kunststofffensterrahmen, die seit den 1980er Jahren in großer Zahl verbaut wurden, erreichen allmählich das Ende ihrer ersten Nutzungsphase. Damit entsteht nicht nur ein Abfallstrom, sondern vor allem eine wertvolle Rohstoffquelle.
Phoenix wurde auf der Grundlage dieses Gedankens entwickelt. Die innovative Profilreihe von Deceuninck wird aus recycelten 100%-Materialien hergestellt und zeigt, dass bestehende Kunststoffprofile in hochwertigen Anwendungen wiederverwendet werden können. Alte Fenster und Türen werden gesammelt, sortiert und zu Rohstoffen für neue Profile verarbeitet. So entsteht ein geschlossener Materialkreislauf, in dem Kunststoff am Ende seiner Lebensdauer nicht verschwindet, sondern in der bebauten Umwelt eine neue Funktion erhält.

Die Grundlage für diesen kreislaufwirtschaftlichen Ansatz bildet die Recyclingkapazität von Deceuninck. Im Jahr 2018 wurde die Recyclinganlage in Diksmuide um eine neue, automatisierte Recyclinglinie erweitert. Damit vervierfachte sich die Kapazität auf 40.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr. Sowohl postindustrielle als auch Post-Consumer-Materialien werden hier zu hochwertigen Rohstoffen für neue Anwendungen verarbeitet. Im Jahr 2021 führte diese Entwicklung zu einer neuen Produktreihe von Fenster- und Türprofilen aus 100%-recycelten Materialien.
Das Potenzial hierfür ist beträchtlich. Laut Deceuninck kann Kunststoff mehrfach recycelt werden, ohne dass dabei Qualität und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt werden. Das Material behält somit seinen Wert innerhalb der Wertschöpfungskette, sofern Zusammensetzung und Verarbeitung sorgfältig gesteuert werden. Zudem erfordert das Recycling deutlich weniger Energie als die Herstellung neuer Rohstoffe: Laut Deceuninck verbraucht das Recycling von Kunststoff sogar 90 Prozent weniger Energie! Damit betrifft die Kreislaufwirtschaft nicht nur die Abfallreduzierung, sondern auch die Energie- und Rohstoffproblematik.

Für die bebaute Umwelt bedeutet dies eine interessante Veränderung. Die bestehende Stadt kann zunehmend als Rohstoffbank betrachtet werden. Sanierungs- und Abbruchprojekte liefern Materialien, die in neuen Gebäuden wiederverwendet werden können. Deceuninck richtet daher in Europa Rücknahmeprogramme ein, um alte Kunststoffprofile aus dem Kreislauf zurückzugewinnen und wiederzuverwerten. Ziel ist es, zu verhindern, dass wertvolle Kunststoffe auf der Deponie oder in der Verbrennungsanlage landen.
Die Ambitionen gehen dabei über das Profil allein hinaus. Deceuninck möchte den Kreislauf für verschiedene Materialgruppen schließen, die beim Ausbau von Fenstern anfallen, darunter Kunststoffprofile und Nebenprodukte wie TPE, Metalle und Glas. Die vollautomatische Recyclinganlage spielt dabei eine wichtige Rolle, indem sie Materialien präzise sortiert und für hochwertige Anwendungen wiederverwertbar macht.

Dass die kreislauforientierte Materialnutzung nicht im Widerspruch zu Qualität, Design oder Leistung stehen muss, ist ein wichtiger Grundsatz von Phoenix. Die Profile wurden aus dem Elegant-Sortiment ausgewählt und verbinden eine kreislaufwirtschaftliche Materialbasis mit den Eigenschaften, die von modernen Fenstersystemen erwartet werden, wie beispielsweise hervorragende Formbeständigkeit, Widerstandsfähigkeit und thermische Leistung. Auch in ästhetischer Hinsicht gibt es eine große Auswahl mit mehr als fünfzig hochwertigen Folienfarben.
Die Kreislaufwirtschaftsleistungen werden durch verschiedene Zertifizierungen untermauert. Deceuninck verfügt unter anderem über das VinylPlus-Produktlabel und erhielt im Jahr 2025 als erstes Unternehmen das RecyClass-Zertifikat für die Verwendung von recyceltem Kunststoff. Auch die Recyclingprozesse in Diksmuide sind mit der „RecyClass Recycling Process Certification“ zertifiziert, die auf den Grundsätzen der Norm EN 15343 basiert.
Mit Phoenix beweist Deceuninck, dass es bei der Zukunft des Fensters nicht nur um Dämmwerte oder Design geht. Die wichtigste Innovation liegt vielleicht darin, was nach Ablauf der ersten Lebensdauer geschieht. Indem alte Kunststofffensterrahmen wieder als Rohstoff betrachtet werden, wird das Recycling von einem Endpunkt zu einem Neuanfang. Genau darin liegt die Stärke von Phoenix: ein Fensterrahmen, der nicht verschwindet, sondern immer wieder zurückkehren kann.

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