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Der Wissensverlust stellt eine zunehmende Herausforderung dar…
Marcel Bontjer, Geschäftsführer von Lecot Nederland

Der Wissensverlust stellt eine immer größere Herausforderung dar…

Das war eine schöne Aufgabe für die Sommerferien: das Verfassen dieser Gastkolumne. Diese Herausforderung habe ich natürlich gerne angenommen, denn gerade in den Sommerferien habe ich mehr Zeit, über die Zukunft nachzudenken. Sowohl über die unseres Unternehmens als auch über die der Branche. Mal kurz weg vom Tagesgeschäft. Meine wichtigsten Überlegungen? Nun ja … meine Befürchtung, dass im Baugroßhandel Wissen verloren geht. Wenn wir vergessen, in dieses Wissen zu investieren, verlieren wir die Zukunft.

Gut, ich erkläre es Ihnen. Zunächst einmal die Fakten: In unserer Branche erleben wir derzeit eine Welle von Mitarbeitern, die in den Ruhestand gehen. Das sind alles Menschen über 60, die im Baugewerbe (Großhandel) ein großartiges Berufsleben von manchmal bis zu drei Jahrzehnten oder mehr hinter sich haben. Natürlich wünsche ich jedem einen schönen Ruhestand. Aber … diese Menschen nehmen eine Menge Wissen mit. Kurz gesagt: Die Branche verliert unverzichtbares Fachwissen.

Außerdem möchte ich über ‘die Jugend von heute’ sprechen. Natürlich gibt es Nachwuchskräfte am unteren Ende des Baumgroßhandels. Aber … die Arbeitsmoral der jungen Leute ist grundlegend anders. Erstens wechseln sie häufiger den Job, als wir – die Babyboomer – es früher getan haben. Und zweitens möchte die Mehrheit nicht in Vollzeit arbeiten. Nun ja, dazu habe ich zwar meine Meinung, aber wir müssen damit zurechtkommen.

Es sollte daher klar sein, dass der Wissenstransfer – und damit der Wissenserhalt – in unserer Arbeit zu einer ernsten Angelegenheit wird. Gerade wenn ich mich mal aus dem Trubel des Alltags zurückziehe – so wie jetzt –, überkommt mich das beunruhigende Gefühl, dass wir den Kunden irgendwann weniger gut beraten können, einfach weil das Wissen verloren gegangen ist. Ich bin überzeugt, dass meine Kollegen im Großhandel das ebenfalls erkennen. Und dann befürchte ich auch, dass wir uns zu sehr in Richtung einer preisorientierten Politik bewegen werden, während doch gerade das Wissen unser Alleinstellungsmerkmal sein sollte.

Können wir etwas dagegen tun? Ja … Ich rate jedem – sofern man noch nicht damit begonnen hat –, eine digitale Wissensdatenbank aufzubauen, in der alles erfasst wird, was man mit seinen Kunden erlebt. Richten Sie diese so ein, dass Mitarbeiter dort problemlos Informationen abrufen können. Setzen Sie außerdem auf intelligente Digitalisierung und KI. Legen Sie außerdem mehr denn je Wert auf die Weiterbildung Ihrer eigenen Mitarbeiter. Von Produktschulungen bis hin zu Schulungen mit Lieferanten. Und machen Sie auch den Schritt, dieses Wissen regelmäßig bei Ihren Mitarbeitern zu überprüfen. Ja, nennen Sie es ruhig eine unerwartete schriftliche Prüfung. So wie auch der Hypothekenberater oder der Arzt weiterhin seine Punkte sammeln muss. Selbstverständlich sorgst du für intelligente E-Learning-Module, erstellst umfassende Schulungs- und Entwicklungspläne für alle, teilst deine Mehrjahrespläne mit und … bist ein guter Arbeitgeber.

Das ist vielleicht leichter gesagt als getan, aber genau darin liegt die Herausforderung. Schließlich sind wir alle in den Alltagstrott verstrickt und vergessen deshalb manchmal, diese Zukunftsvision konkret umzusetzen. Aber es muss einfach sein. Denn die vielen älteren Menschen, die in den Ruhestand gehen, können nicht alle durch ‘die Jugend von heute’ ersetzt werden.

Also: Investiere noch heute in deine Zukunft. Sonst gibt es diese Zukunft nicht mehr.

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