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Historisches Erscheinungsbild durch maßgefertigte Elemente aus FSC-zertifiziertem Mahagoni wiederhergestellt
Das ursprüngliche Fassadenbild wurde in den ersten beiden Stockwerken wiederhergestellt. (Foto: Kees de Vries)

Historisches Flair durch maßgefertigte Elemente aus FSC-zertifiziertem Mahagoni wiederhergestellt

Sanierung des Moreelseparks 1 in Utrecht

Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1871 am Moreelsepark 1 in Utrecht wurde kürzlich einer besonderen Fassadensanierung unterzogen. Im Auftrag des Eigentümers a.s.r. real estate und nach einem Entwurf von EGM Architekten wurden die in den 1980er Jahren eingebauten Aluminiumfenster durch hochwertige Mahagoni-Fenster ersetzt. Dabei wurden die ursprünglichen Details sowohl innen als auch außen wiederhergestellt, sodass das Gebäude nun wieder im Einklang mit seiner Architektur aus dem 19. Jahrhundert steht.

Während Aluminiumfensterrahmen jahrzehntelang der Standard im Gewerbebau waren – bis hin zu denkmalgeschützten Gebäuden –, wächst das Interesse an Holz als Alternative. Nicht nur wegen der geringeren Umweltbelastung, sondern auch wegen des Beitrags, den das Material zur CO₂-Speicherung in Gebäuden leistet. In Kombination mit hochwertiger Verglasung und modernen Details erfüllen Holzfensterrahmen zudem die aktuellen Anforderungen hinsichtlich Wärmedämmung, Luftdichtheit und Wartung. Ein anschauliches Beispiel für diesen Trend ist die Sanierung des Moreelsepark 1 in Utrecht, des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Staatlichen Eisenbahnen aus dem Jahr 1871. Der Architekt Patrick van Houte vom Büro EGM architecten aus Dordrecht sagt: “Der Eigentümer a.s.r. real estate möchte bis spätestens 2045 ein ”Paris Proof‘-neutrales Immobilienportfolio realisieren. Für eine Büronutzung bedeutet das einen maximalen Energieverbrauch von 70 kWh/m². Das Untergeschoss, das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss erfüllen diese Vorgabe nach der Sanierung mit neuen Anlagen, einer 30 cm dicken Innendämmung und neuen Holzfenstern.“ Die beiden obersten (vermieteten) Stockwerke werden zu einem späteren Zeitpunkt energetisch saniert.

Der historische Charme wurde durch maßgefertigte Elemente aus FSC-zertifiziertem Mahagoni 1 wiederhergestellt
Detailaufnahme mit den beiden neuen Holzfenstern und der Aluminiumvariante darüber. (Foto: Kees de Vries)

Drehkipper

Wie bereits erwähnt, wurden bei einer früheren Renovierung in den 1980er Jahren die Holzfensterrahmen durch Aluminiumrahmen ersetzt. Van Houte: “Technisch gesehen entsprachen sie damals den Anforderungen, aber sie beeinträchtigten die raffinierte Fassadengestaltung und das historische Erscheinungsbild des Gebäudes. Die schlanken Profile, Details und die Tiefenwirkung, die für die Architektur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts charakteristisch sind, gingen weitgehend verloren.”

Anhand historischer Unterlagen, vorhandener baulicher Spuren und sorgfältig ausgearbeiteter Zeichnungen wurden die charakteristischen Profile neu entworfen. Van Houte: “Damals waren Holzschiebefenster der Standard. Bei dieser Renovierung haben wir dieses Erscheinungsbild wiederhergestellt, indem wir gemeinsam mit dem Hersteller einen Holzrahmen mit Dreh-Kipp-Fenster und feststehendem Oberlicht entworfen haben.” Das verwendete Innendämmpaket machte eine Verbreiterung der Fensterbank erforderlich. Die Tischlerei von J.P. van Eesteren fertigte die ursprünglichen Profilleisten originalgetreu nach und montierte sie auf dem Dämmpaket. Dadurch wurde das ursprüngliche Detail ‘nach innen’ verschoben.

Qv10 < 0,35 dm³/sm²

Die Fertigung der insgesamt 142 neuen Fensterrahmen erfolgte bei Houtindustrie Amersfoort. Technischer Leiter Rudi Kamminga sagt: “Jeder Fensterrahmen wurde einzeln vermessen und als Maßanfertigung hergestellt sowie lackiert und verglast geliefert. Die ursprünglichen Profilierungen und Verbindungen wurden präzise nachgebildet, unter Verwendung von isolierender Dreifachverglasung (U-Wert des Glases < 0,7 W/m²K) und unter Berücksichtigung zeitgemäßer Leistungsanforderungen (U-Wert des Fensters 6,3 W/m²K). Im Bereich der Bodenanschlüsse ist die Fassade über eine Höhe von ca. 70 cm ungedämmt. Dies ist auf die vorhandenen Holzbalken zurückzuführen, die weiterhin ‘atmen’ können mussten. Die Luftdichtheit der Gebäudehülle beträgt Qv10 < 0,35 dm³/m².”

Der historische Charme wurde durch Maßanfertigungen aus FSC-zertifiziertem Mahagoni 2 wiederhergestellt

Mahagoni

Für die Ausführung wurde FSC-zertifiziertes Mahagoni gewählt, das sich hervorragend für hochwertige Fassadenelemente eignet. Dank seiner hohen Haltbarkeit, Formbeständigkeit und feinen Struktur eignet sich Mahagoni besonders gut für Fenster und Fensterrahmen, bei denen komplexe Profilierungen und präzise Details sorgfältig ausgeführt werden müssen. Zudem bietet das Material eine lange Lebensdauer, was dem Ziel entspricht, das denkmalgeschützte Gebäude für die Zukunft zu erhalten. Die Dreh-Kipp-Fenster sind aufgrund der Verglasung mit Roto Designo 1-Beschlägen für Flügelgewichte bis zu 150 kg ausgestattet.

Die Holzindustrie Amersfoort wurde bereits in einem frühen Stadium in die technische Ausarbeitung des Entwurfs von EGM einbezogen. Kamminga: “Durch die gemeinsame Arbeit an der Detailplanung und Konstruktion lassen sich ästhetische Ansprüche optimal mit Herstellbarkeit, Nachhaltigkeit und einer effizienten Montage verbinden.” Die Fassadensanierung des Moreelsepark 1, der inzwischen in MP01 umbenannt wurde, zeigt, wie eine sorgfältig geplante Sanierung, moderne Handwerkskunst, zeitgemäße Techniken und nachhaltige Materialien einem Denkmal neues Leben einhauchen können.

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