Was entwirft ein Architekt am liebsten? Jan-Paul Bron von Zeelenberg Architecture in Ouddorp ist sich darüber im Klaren: "Ein Projekt an einem lebendigen Ort". Libaquin Renesse ist ein gutes Beispiel dafür.
Die Initiative wurde 2016 von den Unternehmern Ed und Patrick Troost ergriffen. "Sie wollen, dass Renesse attraktiv bleibt. In der Nähe des Dorfzentrums hatten sie die Möglichkeit, zwei benachbarte Grundstücke zu kaufen. Ihre Idee: die bestehenden Häuser abreißen und einen neuen Komplex errichten. Im Erdgeschoss würden dann Geschäfte und Gewerberäume entstehen und im ersten und zweiten Stock Mietwohnungen, sowohl lebenslanges Wohnen für Familien als auch Maisonette-Wohnungen für junge Leute, die weiterhin bezahlbar in Renesse leben wollen."
Bron wird von den Troosts gebeten, eine Entwurfsskizze zu erstellen. "Das eine Gebäude beherbergte früher eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, das andere die Rabobank. Es wäre zu teuer, die veralteten Gebäude für ihre jetzige Funktion zu renovieren. Dafür findet man keine Mieter mehr."
Der Vorstand von B&W macht von seiner Befugnis Gebrauch, geringfügig vom Flächennutzungsplan abzuweichen und mehr Platz zur Verfügung zu stellen. "Jeder hatte die Einstellung: Das muss einfach passieren. Zwischen der ersten Zeichnung und dem Baubeginn lagen eineinhalb Jahre.
Das Projekt wurde Ende 2018 fertiggestellt. Die 15 Mietwohnungen und neun Gewerbeflächen sind alle vermietet.
"Ein Laie kann keinen Unterschied zwischen der ersten Entwurfsskizze und dem, was jetzt realisiert wurde, erkennen", sagt Bron. Gab es also keine Herausforderungen bei diesem Projekt? "Das Spannendste war der Moment, als ich mit der ersten Entwurfsskizze zu den Kunden ging. Glücklicherweise hatten sie sofort ein gutes Gefühl dabei". Die Bauherren sagten ja zu einem ungewöhnlichen Komplex. "Es konnte kein gerader Block sein, denn die Form der beiden Grundstücke ließ das nicht zu.
Renesse bleibt attraktiv und behält seinen eigenen Charakter. Und .... erschwingliches Leben und Arbeiten in der kleinen Stadt in Zeeland bleibt die normalste Sache der Welt!
Der Dorfkern von Renesse ist geprägt von Gebäuden aus verschiedenen Epochen und in verschiedenen Stilen, mit einer großen Vielfalt an Fensterhöhen und Materialien. Wie knüpfen Sie als Architekt daran an? "Ich habe die Variation gesucht, zum Beispiel bei den Materialien und der Fassadengliederung. Mit einem Wechsel von nostalgischen und moderneren Elementen und Materialien, wie zum Beispiel schönen, großen Balkonen und bescheidenen Loggias. Außerdem wurden in einigen Räumlichkeiten Materialien wie Zink und Glas etwas zeitgemäßer behandelt. Es ist gut, wenn nach einem Jahr jeder schon wieder vergessen hat, wann es aufgestellt wurde".
Wie die Entscheidung für Kunststofffensterrahmen damals zustande kam, weiß Bron nicht mehr genau, aber er glaubt, dass es eine weise Entscheidung war. "Als optisches Element erfüllt er seine Funktion genauso gut wie ein Holzfensterrahmen. Man sieht den Unterschied nicht. Und unter dem Gesichtspunkt der Wartungs- und Verwaltungskosten ist es auch eine logische Wahl für den Vermieter."
Bei dem Projekt wurden Kunststofffensterrahmen mit dem VEKA Profil SOFTLINE 82 NL RETRO verwendet. Sie wurden von Goemaat in Goedereede hergestellt und montiert.
Im Hinblick auf Energieeinsparungen und die Reduzierung der CO2-Emissionen zu reduzieren, entschieden sich die Bauherren für einen großzügigen Einsatz von Solarzellen. "Sie sind gut hinter einer Traufe versteckt. Die Isolierung ist hervorragend und entspricht den Anforderungen der damaligen Zeit.
Der technische Aspekt der Nachhaltigkeit sei zwar wichtig, aber nicht so spannend, meint Bron. "Die Einhaltung von Vorschriften ist eine rein technische Geschichte; im Grunde kommt man da schon hin."
Was ein Gebäude auf lange Sicht wirklich nachhaltig macht, ist die Frage, ob es einen Platz in seiner Umgebung hat. "Es muss so attraktiv sein, dass es alle 25 Jahre Menschen gibt, die es mit wenig Material und Energie wieder auf den neuesten Stand bringen.