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Die Zukunft unserer Unternehmen steht aufgrund der weitreichenden europäischen Bürokratisierung auf dem Spiel
Robert Schlieper – geschäftsführender Gesellschafter der WILKA Schließtechnik GmbH

Die Zukunft unserer Unternehmen steht aufgrund der weitreichenden Bürokratisierung in Europa auf dem Spiel

Robert Schlieper – Geschäftsführender Gesellschafter der WILKA Schließtechnik GmbH

Zunächst möchte ich dem Team von ‘Profiel’ meinen Dank aussprechen, dass ich diese Ausgabe von „De Pen“ gestalten darf. Denn ich möchte eine große Sorge ansprechen: den zunehmenden Regulierungsdruck in Europa, der es den Unternehmen immer schwerer macht. Dadurch sind sowohl die Kontinuität als auch die Innovationskraft unserer Branche in Gefahr. Warum belastet uns der Staat mit dieser Bürokratisierung? Mit anderen Worten: Wird es die KMU in 10 Jahren noch geben?

Fast jeden Tag frage ich mich, wie die Entscheidungsträger in den Brüsseler Sitzungssälen Beschlüsse fassen, obwohl sie buchstäblich keine Ahnung haben, welche Auswirkungen diese in der Praxis haben. Unsere tägliche Aufgabe – also für uns als Unternehmen – sollte doch nicht darin bestehen: Was muss ich heute schon wieder tun, um Brüssel zufrieden zu stellen? 

Da denke ich zum Beispiel an die Bedeutung des CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) für die europäische Industrie. Die Idee ist gut, aber so wie es derzeit geregelt ist, müssen Rohstoffe bestimmte Anforderungen erfüllen. Tun sie das nicht, müssen Hersteller Emissionszertifikate kaufen, wodurch die Rohstoffe teurer werden. Auch wenn man Rohstoffe im Ausland kauft, müssen diese die Anforderungen erfüllen. 

Derzeit gelten diese Vorschriften jedoch nicht für Fertigprodukte wie Schlösser und Zylinder. Das bedeutet, dass vergleichbare Produkte aus China diese Anforderungen nicht erfüllen müssen. Man muss also auch keine Zertifikate dafür erwerben. Und Sie ahnen es schon: Diese Produkte aus China sind sofort günstiger. Und wir haben einen Wettbewerbsnachteil.

Für uns als Unternehmen gilt also: Würden wir wirklich nur auf Kosten und Regulierung achten, müssten wir unsere Produktion ins Ausland verlagern. Aber genau das wollen wir nicht. Als traditionelles Familienunternehmen gehören wir zudem zur KMU-Branche. Wir tragen eine lokale Verantwortung für die Beschäftigung. Wir wollen Kontinuität. Es kann doch nicht sein, dass alles, was wir gemeinsam in all den Jahren durch harte Arbeit aufgebaut haben, durch diese Bürokratisierung zunichte gemacht werden kann? Warum gibt uns Europa nicht den Freiraum, bei unserem Kerngeschäft zu bleiben?

Durch all diese Vorschriften – und es werden immer mehr – verlieren wir den Überblick darüber, welche Anforderungen wir erfüllen müssen. Unser Geld fließt in die Verwaltung statt in Innovationen. Selbst hier bei uns in Deutschland haben die Interessenverbände Schwierigkeiten zu verstehen, was in Brüssel tatsächlich vor sich geht.

Betrachten Sie diesen Beitrag daher als einen Hilferuf. Ich hoffe, dass Entscheidungsträger und Politiker dies lesen und erkennen, dass es so nicht weitergehen kann. Unsere wunderbare Industrie in Deutschland und den Niederlanden – und damit auch in Europa – will überleben und an die nächste Generation weitergegeben werden. Die drängende Frage ist jedoch: Wie lange können wir das auf diese Weise noch durchhalten?

Kurz gesagt: Wer von den politischen Entscheidungsträgern nimmt diesen Weckruf ernst? Die Zukunft unserer Unternehmen steht aufgrund der weitreichenden europäischen Bürokratisierung auf dem Spiel.    

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