Am 26. November organisierte die VMRG die Online-Expertensitzung ‘Die Kraft und Zukunft des Eloxierens’. Eloxieren verwandelt, schützt und dekoriert Fassadenaluminium. Diese Sitzung bot einen Einblick in das Verfahren, die Qualität, die Farbe und die neuesten Entwicklungen. Henk Zoontjens, Direktor der VMRG, diskutierte mit Remco Baartmans, CEO von Alumet, und Jacco van Dijk, Geschäftsführer von Blitta Geveltechniek.
Remco Baartmans: “Eloxieren ist ein elektrochemisches Verfahren, bei dem wir Aluminium mit einer besonders starken und dauerhaften Schutzschicht versehen. Wir legen das Aluminium in ein elektrolytisches Bad, in der Regel mit verdünnter Schwefelsäure, und lassen einen elektrischen Strom durchlaufen. Dadurch verändert sich die Oberfläche des Aluminiums selbst, und es entsteht eine harte, transparente Oxidschicht. Diese Schicht bildet eine Einheit mit dem Metall, das nun viel widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse, Korrosion und UV-Strahlung ist.”

Jacco van Dijk: “Durch das Verfahren wird es eins mit dem Metall, es lebt, es strahlt Luxus aus, und ich verstehe, dass Architekten es mögen und es zu der aktuellen Art der Gestaltung passt. Allerdings sind sich die Leute nicht immer über bestimmte Eigenschaften des Eloxierens im Klaren und haben nicht immer eine korrekte Vorstellung davon, wie es letztendlich aussehen wird, und natürlich hat es auch seinen Preis. Wir müssen also vor allem die Erwartungen steuern, damit der Kunde schon in einem frühen Stadium weiß, was er kauft.”
Remco Baartmans: “Ein wichtiger Trend in der Architektur ist ‘Truth to Materials’. Architekten wollen den Charakter von Metall in ihren Entwürfen bewahren.”
Jacco van Dijk: “Die Eloxierung wird häufig für Gebäude mit einem höheren ästhetischen Wert gewählt, wie z. B. öffentliche Gebäude und Bürogebäude, da Investoren dies zu schätzen wissen. Aber auch für hochwertige Wohngebäude, wie z. B. luxuriöse Apartmenthäuser. Man sieht das oft bei High-End-Architekten, die ein exklusives und schickes Design haben.”
Remco Baartmans: “Ein Architekt beginnt immer mit der gewünschten Farbe. Viele denken beim Eloxieren an klassisches Silber, aber man kann das Material in allen möglichen Schattierungen einfärben, von hellem Champagner bis zu tiefem Schwarz und allem dazwischen. Diese Färbung erfolgt auf zwei Arten: elektrolytisch oder mit anorganischen Metallsalzen.”
Jacco van Dijk: “Als Fassadenbauer beschäftigen wir uns natürlich sehr stark mit Fensterrahmen. Wir sprechen also von Profilen mit Zugmarken, die innerhalb bestimmter Toleranzen zulässig sind. Durch das Eloxieren, insbesondere mit diesen goldähnlichen Farben, werden diese Streifen etwas besser sichtbar. Auch können sich ein senkrechtes und ein waagerechtes Profil bereits farblich unterscheiden, allein durch den Lichteinfall. Wenn es dann noch eine Aluminiumplatte mit einer anderen Legierung gibt, erhält man optisch drei oder vier Farben. In solchen Fällen machen wir ein Mock-up, damit der Kunde genau sehen kann, wie das Ergebnis aussehen wird.”
Remco Baartmans: “Die Farbe wird durch die Legierung, die Oberflächenstruktur und die Eloxalparameter beeinflusst. Eloxieren funktioniert gut bei akzentuierten Fassaden mit viel Tiefe in der Fassade. Wenn ich mit dem Architekten spreche und den Eindruck habe, dass er eine einzige Farbe für die Fassade wünscht, rate ich ihm vom Eloxieren ab. Es ist schwierig, Farbunterschiede zu vermeiden, aber es ist durchaus möglich, sie zu begrenzen. Farbunterschiede sind in der Tat optische Glanz- oder Lichtunterschiede. Mit der richtigen Vorbehandlung, wie Ätzen, Bürsten oder Strahlen, kann man sie begrenzen oder manchmal sogar verhindern.”
Jacco van Dijk: “Es ist natürlich wichtig, dass ein Fassadenbauer diese Möglichkeiten auch kennt und richtig beraten kann. Was wir aber auch gut in den Griff bekommen müssen, ist die Erwartungshaltung in Bezug auf den Preis. Zusätzliche Arbeiten kosten zusätzliches Geld. Kurzum, wir sollten nicht nur im Voraus über alle Möglichkeiten sprechen, sondern auch frühzeitig erörtern, wie sich dies auf den Preis auswirkt. Es ist auch ein Spiel von Angebot und Nachfrage, der Architekt will oft das Beste, während der Bauherr natürlich auch auf den Preis schaut.”
Jacco van Dijk: “Während des Baus muss man verhindern, dass Zementwasser auf das eloxierte Aluminium gelangt. Nach der Fertigstellung leidet man in städtischen und küstennahen Gebieten unter Luftverschmutzung, Säuren und Salzen. Auch Reinigungsmittel mit dem falschen pH-Wert oder Vogelkot können die Oberfläche beschädigen.”
Remco Baartmans: “Heutzutage wird zunehmend eine fortschrittliche Versiegelungstechnik, auch Vorversiegelung genannt, eingesetzt. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Optimierung der Versiegelung selbst. Anstatt die Poren nur mit heißem Wasser zu versiegeln, wird eine Schutzreaktion in den Poren angeregt. Dadurch entsteht eine viel dichtere und stabilere Versiegelung der anodischen Schicht. Das Ergebnis ist, dass das Aluminium viel widerstandsfähiger gegen chemische Einflüsse ist, egal ob es sich um Luftverschmutzung, Säuren, Salze oder bauliche Verunreinigungen handelt.”
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