Ich danke der Fachzeitschrift Profiel, dass ich diese Gastkolumne schreiben darf. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen ‘Stift’ in die Hand nahm, war ich erst seit knapp einer Woche als Nachfolger von Albert Zegelaar bei VKG Keurmerk im Amt. Von nun an ‘müssen’ Sie sich also mit mir abfinden!
Erstens: Ich habe 28 Jahre lang in der Bambusbranche gearbeitet. Ein völlig anderes Berufsfeld? Oder doch nicht? Es kommt darauf an, wie man es sieht. In der Tat sehe ich auch bei der VKG große Herausforderungen auf unsere unternehmerischen Unterstützer zukommen. Die Gesetze und Vorschriften werden immer komplizierter, vor allem bei Themen wie Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit. Schwierig. Und frustrierend. Schließlich muss jeder Unternehmer bereits so viele Bälle in der Luft halten. Von der Aufrechterhaltung des Betriebs bis hin zu den Herausforderungen, gutes Personal zu finden und zu halten.
Die europäische Gesetzgebung fühlt sich manchmal wie eine enge Schlinge an. Ein Beispiel: Die Unternehmen unserer Branche müssen demnächst für jeden Fensterrahmen eine Ökobilanz (Life Cycle Assessment) erstellen. Was ich davon halte? Nun, ich denke, das verfehlt den Zweck. Man muss schon eine separate Studie erstellen, um das richtig zu machen. Und das kostet Geld. Kurz gesagt, für mich ist das ein unnötiger Verwaltungsaufwand. Das soll nicht heißen, dass Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft aufgegeben werden sollten, aber diese Politik schafft unnötigen Widerstand dagegen.
Es muss alles überschaubar bleiben, und das ist der Kern meines Appells an das neue Kabinett. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels sind sie gerade dabei, die Ministerposten zu besetzen, und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wird die Bordes-Szene wahrscheinlich schon stattgefunden haben. Also, liebe Leute da drüben in Den Haag... Denken Sie daran, dass die Unterstützung für das Streben nach Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft abnehmen könnte, wenn die Gesetzgebung zu einer engen Schlinge wird. Vermeiden Sie also, das Ziel zu verfehlen und das Ziel zu verfehlen. Ich fürchte, dass die Unternehmer mit der Schlinge um den Hals in der Wahlkabine das nächste Mal anders entscheiden werden.
Was ist unsere Rolle dabei? Nun... als VKG verschaffen wir unserer Stimme immer wieder Gehör. Daran ändert sich nichts. Mein Vorgänger, Albert Zegelaar, hat das auch hervorragend beherrscht. Ich selbst werde jedoch versuchen, mehr mit den anderen Plattformen und Branchenorganisationen in Verbindung zu treten, die manchmal schon viel weiter sind beim Aufbau eines Netzwerks in Den Haag. Wenn wir mehr mit ihnen zusammenarbeiten können, bin ich überzeugt, dass wir auch mehr erreichen können.
Ich denke auch, dass wir die Geschichte von Plastik noch besser erzählen müssen. Irgendwie herrscht immer noch der Eindruck, dass Plastik nicht nachhaltig ist. Wir wissen aber, dass ein sehr vernünftiges Recyclingsystem schon seit Jahren gut funktioniert. PVC wird beispielsweise auf struktureller Basis getrennt gesammelt. Wir haben das ziemlich gut organisiert. Aber die Geschichte könnte noch deutlicher sein.
Ich nehme diesen Fehdehandschuh gerne auf.